|
Diskusfische Diskus Fische Discus
Diskusfische (Symphysodon)
Diskuspflege Diskusfische Anschaffen und Pflegen
DISKUS BRIEF Verlag
Postfach 10 19 26
86009 Augsburg, Deutschland
Fax: +49 (0) 821 / 78 11 49
http://www.diskusbrief.org/
E-Mail: info@diskusbrief.org
Um die weiteren Diskussionen und eMails zur Haltung und Pflege von Diskusfischen zu vermeiden, ersetzen wir unseren eigenen Text und zitieren statt dessen, mit einem gewissen Risiko, die Quelle unseres Beitragees, einen Diskusbrief von Horst Köhler, welcher in diesem Diskusbrief zur Haltung und Pflege von Diskusfischen schrieb:
Zitat Diskusbrief: "…Diskusfische (Symphysodon discus) sind Buntbarsche und tropische Warmwasserfische, die in ihrer Heimat (Brasilien, Kolumbien, Peru) in Gruppen in weichen, leicht sauren bis neutralen und phosphat- und nitratfreien Gewässern leben.
Zum Glück sind Nachzucht Diskusfische sehr anpassungsfähig; trotzdem gilt:
wer seine Diskusfische nicht bei mindestens 27 °C, bei Gesamthärten unter 5 °dGH und bei pH-Werten unter 7,5 halten kann, sollte auf sie lieber ganz verzichten.
Was Diskusfische dagegen nicht unbedingt brauchen sind z.B. Pflanzen, andere Beifische und vor allem unnötige teure Technik am Becken.
Wasserwerte für die Pflege von Diskusfischen
- pH-Wert: bei Wildfängen 5,0 bis 6,0, bei Nachzuchten 6,0 bis maximal 7,5
- Wassertemperatur: 27 °C (äußerstes Minimum) bis 30 °C, während der Eingewöhnung (vor allem bei Wildfängen) vorübergehend auch bis 32 °C
- Gesamthärte bis maximal Liter5- Liter7 °dGH, optimal wären Liter0 °dGH
- Phosphat nahe Null
- Nitrit Null (Werte dauerhaft über 0,4 mg/ Liter sind zu beanstanden)
- Nitrat bei noch sehr jungen Diskusfischen max. 50 mg/l, bei ausgewachsenen Tieren bei langsamer Anpassung max. Liter00 mg/l.
Diese Werte sollten zwischen zwei Wasserwechseln möglichst konstant sein. Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel von wöchentlich 25-30 % des Beckeninhaltes ist üblich; falls die unten empfohlene Besatzdichte deutlich überschritten wird, auch mehr. Das Einbringen des frischen Wassers soll nicht als harter Strahl, sondern zur Entgasung des Leitungswassers per Gießkanne mit Brause erfolgen. Das Wasser muss nicht unbedingt vorgewärmt sein (höchstens bei größeren Wasserwechseln); die vorübergehende Reduzierung der Wassertemperatur im Aquarium um einige Grad schadet den Fischen nicht. Regenwasser kann für den Wasserwechsel durchaus verwendet werden wenn man es vorher über Aktivkohle filtert.
Zu den Routine-Pflegemaßnahmen zählen neben Wasserwechsel und der Fütterung das Reinigen der Scheiben, ab und zu Kontrollieren der Wasserwerte (Testsets mit Flüssigkeiten verwenden, Messstäbchen sind zu ungenau) und die gelegentliche Filterreinigung. Damit die nützlichen Bakterienkulturen im Filtermaterial nicht zu stark dezimiert werden, ist letzteres nur leicht mit lauwarmem Wasser zu spülen. An wöchentlichem Pflegeaufwand kann man bei einem 200- Liter-Standardbecken mit etwa 30 Minuten rechnen.
Größe des Diskus-Aquariums und notwendige Ausstattung
Geht man von 50 Liter Wasser je ausgewachsenem Diskus aus und berücksichtigt man, dass der Diskus kein Einzelgänger ist sondern die Geselligkeit von Artgenossen liebt, sollte ein Diskusbecken schon 200 Liter Volumen bei 50 cm Höhe haben. Darin ließen sich zwar z.B. 5-20 Jungfische von ca. 3 cm Größe gut aufziehen, aber 1/2 Jahre später wird man mit einem ernsten Platzproblem (= stark erhöhte Nitratwerte) konfrontiert werden. Mehr als vier Diskusfische ab ca. 5 - 7 cm Größe sollten auf 200 Liter nicht gehalten werden.
Dem Diskus-Neueinsteiger sei empfohlen, auf Pflanzen zunächst ganz zu verzichten (später, wenn genügend Erfahrungen vorliegen, kann entsprechend "aufgerüstet' werden).
Unverzichtbar ist dagegen eine leistungsfähige Filterung, wobei es nicht auf einen hohen Stundendurchsatz ankommt (der Diskus fühlt sich in einer starken Strömung ohnehin nicht wohl), sondern auf ein möglichst großes Filtervolumen bei langsamem Wasserdurchsatz. Zu beachten ist, dass sich die auf den Filtern angegebenen Liter-Leistungen auf den leeren Filter beziehen, der auf Beckenhöhe steht. Ein eingefahrener, mit Filtersubstrat gefüllter und auf dem Boden stehender Topffilter bringt oft weniger als 50 % der angegebenen Literleistung.
Der Heizregler sollte in der Watt-Zahl so gewählt werden, dass er auch einmal eine Erhöhung der Wassertemperatur auf 35°C - zur gelegentlichen Wärmebehandlung gegen Ektoparasiten - erlaubt. Eine dünne Bodengrundschicht (ca. 5 mm), die abschnittsweise bei jedem Wasserwechsel mit abgesaugt, durchgewaschen und gleich wieder ins Becken zurückgegeben wird sowie eine oder zwei große aquarientaugliche (!) Holzwurzeln vervollständigen die Einrichtung fürs Erste.
Da der Diskus kein grelles Licht mag, ist bei dieser Einrichtung eine gedämpfte Beleuchtung zu bevorzugen, die zugleich die Farben der Fische schön zur Geltung bringt (Zoohandel). Der Aufstellort des Aquariums sollte so gewählt werden, dass kein ständiger Sonnenlichteinfall auftritt. Fällt intensives Sonnenlicht durch das Fenster direkt auf ein daneben stehendes Aquarium, bilden sich nicht nur leicht Algen, sondern es können sich auch die Vorhänge in den Scheiben spiegeln. Manche Diskusfische erschrecken wenn sich der Vorhang bewegt.
Bevor Fische gekauft werden, muss der Aquarienfilter eingelaufen sein, da es sonst zu Nitritbildung kommt (die Einfahrphase eines Aquariums kann mit guten Starterpräparaten aus dem Zoohandel erheblich verkürzt werden). Neueinsteigern sei geraten, die Diskusfische am Anfang ohne jegliche Beifische zu pflegen, also ein reines Artenbecken anzustreben.
Wo sollte man Diskusfische kaufen?
Es gibt drei Bezugsmöglichkeiten:
- Diskuszüchter,
- Zoohandel und
- private Aquarianer.
Vergleichen Sie die Angebote. Sollten Sie noch keine eigenen Erfahrungen mit Diskusfischen besitzen, bitten Sie einen Diskus-Aquarianer, Sie zu begleiten. Leider werden heute oft kranke Diskusfische verkauft, durch die ein späterer Misserfolg vorprogrammiert ist. Gesunde Diskusfische sind vital, farbenprächtig, haben klare Augen, stellen die Flossen, zeigen eine normale Schwimmhaltung, atmen ruhig, sind an ihrer Umgebung interessiert und nicht schreckhaft und verschwinden nicht panikartig, wenn man sich dem Verkaufsbecken nähert. Lassen Sie die Fische vom Verkäufer füttern. Fische, die das Futter verweigern oder wieder ausspucken, sollten Sie nicht kaufen, genauso wenig wie die, die dunkel verfärbt sind, hellen schleimigen Kot und kleine Löcher in der Kopfregion und eingekerbte Flossenränder haben. Empfohlen wird dem Neueinsteiger die Anschaffung von Nachzucht-Diskusfischen in einer Größe ab ca. 5 cm, die es in den unterschiedlichsten Farbrassen gibt. Lassen Sie sich durch die überlangen englischen Händler-Fantasienamen nicht beirren - sie bedeuten nichts und sind auch kein Qualitätsmerkmal.
Die Anschaffung von Diskus-Wildfängen sollten Sie sich für später aufheben. Sollten Sie bei einem Züchter kaufen, lassen Sie sich dort die Elterntiere zeigen. Bedenken Sie, dass nicht unbedingt alle Jungfische nach etwa einem Jahr wie ihre Eltern aussehen werden. Schon im Vorfeld sollte man sich nach den Wasserwerten in der Verkaufsanlage erkundigen; so ist es leicht möglich, das Wasser im künftigen heimischen Diskusbecken rechtzeitig auf ähnliche Werte einzustellen.
Die gekauften Fische sind einzeln in Doppel-Plastikbeutel mit einer Lage Zeitungspapier dazwischen zu verpacken (bei längeren Fahrten Sauerstoff zugeben). Achten Sie beim Transport darauf, dass sich das Wasser in den Beuteln weder zu stark aufheizt (Sommer) noch zu stark abkühlt (Styropor-Box verwenden).
Diskusfische in das Aquarium einsetzen
Packen Sie die neu erworbenen Diskusfische aus (nicht erschrecken, wenn sie dunkel und flach in den Beuteln liegen) und lassen Sie sie dabei vorsichtig in einen Plastikeimer oder, bei mehreren Fischen, in eine Styropor- Box gleiten. Abdecken zur Vermeidung des Herausspringens nicht vergessen. Anschließend lassen Sie über einen dünnen Luftschlauch den Eimer (oder die Box) langsam mit Wasser aus dem vorbereiteten Aquarium voll laufen (Zeitaufwand dafür mindestens 30 Minuten). Warten Sie dann mindestens nochmals 30 Minuten ab, bevor Sie Ihre neuen Fische mit einem Käscher vorsichtig in das Aquarium (Beleuchtung vorher ausschalten) überführen. Achten Sie darauf, dass kein Transport- bzw. Mischwasser aus dem Eimer bzw. der Box in Ihr Aquarium gelangt. Lassen Sie anschließend die Fische für den Rest des Tages in Ruhe und schalten Sie die Aquarienbeleuchtung erst am Tag danach wieder an. In der Regel gehen die neuen Fische dann auch schon bald auf Futtersuche.
Diskusfische Fütterung und Diskusfische füttern
Diskusfische sollen an eine Vielzahl von Futterarten gewöhnt werden. Kaufen Sie vom Vorbesitzer Ihrer Fische eine gewisse Menge des Futters, mit dem sie bisher gefüttert wurden. Erfahrene Züchter gewöhnen schon ihre Jungfische an Tabletten-, Flocken- und Granulattutter. Geeignet für Diskusfische sind an Frostfutter unter anderem rote, schwarze und weiße Mückenlarven (erstere eher bedingt und keinesfalls als Alleinfutter), Artemia, kleine Schrimps, Rinderherz (unbedingt durch Zutaten aufwerten oder Rinder-Mix kaufen; kein Alleinfutter) und an Trockenfutter Flocken, Granulat (Fische damit nicht überfüttern) und gefriergetrocknete Tubifex-Würfel. Lebendfutter ist zwar gutes Fischfutter, doch mit Ausnahme von Enchyträen oft belastet. Es sollte nur gelegentlich und dann nur als frische Ware bzw. gut gewässert angeboten werden. Der Verkäufer wird gerne über weitere Details (Häufigkeit der Futtergabe, Menge) Auskunft geben.
Diskusfische Gesundheitsvorsorge
Die Einhaltung der hier beschriebenen Pflegehinweise ist der wichtigste Aspekt bei der Gesundheitsvorsorge, die Einhaltung einer mehrwöchigen Quarantäne beim Zukauf von weiteren Fischen ein weiterer. Beim Besetzen eines zuvor fischleeren Aquariums - hier entfällt die Quarantäne - sind kaum Probleme zu erwarten, wer jedoch einen bestehenden Bestand erweitert und die zugekauften Diskusfische sofort in sein Aquarium setzt, riskiert den Ausbruch von Krankheiten (z.B. die sog. DiskusSeuche), auch wenn die alten und die neuen Fische vor dem Zusammensetzen jeweils ohne Symptome waren. Setzen Sie sich sofort mit dem Verkäufer in Verbindung, wenn es kurz nach dem Zusetzen Schwierigkeiten geben sollte. Die Zeitschrift DISKUS BRIEF bietet darüber hinaus eine Hotline mit zurzeit fünf Diskusfachleuten an, die gerne telefonisch und per Mail Auskunft erteilen."
Anmerkung: Der hier abgebildete Text ist so brillant, dass wir aus eigener Erfahrung, dem nur Beipflichten können! Wenn Sie einen Diskusbrief erhalten wollen, können Sie diesen hier bestellen:
DISKUS BRIEF Verlag
http://www.diskusbrief.org/
E-Mail: info@diskusbrief.org
Postfach 10 19 26
86009 Augsburg, Deutschland
Fax: +49 (0) 821 / 78 11 49
|