|
Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Darss) – Geomorphologie Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Darss)
Geomorphologie Halbinsel Fischland-Darß-Zingst - Wanderungen vom Fischland zum Darß
Wander- Informationen über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mit Beiträgen zu Boddenkette, Boddenausgleichküste, Strömungsrinnen, Meeresandebenen, Röhrichtgürtel, Torfgürtel und Wattenmeere der Halbinsel in Mecklenburg-Vorpommern
Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (-Bock) bildet zusammen mit der Darß-Zingster-Boddenkette das westliche Glied der ostmecklenburgischen Boddenausgleichküste. Sie ist von Ribnitz-Damgarten sowie von Barth aus erreichbar. Darüber hinaus erreichen Sie die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst von Graal-Müritz und Neuhaus an der Ostseeküste. Die Halbinsel besitzt die Form eines stumpfen, ca. 120° geöffneten Winkels, dessen einer Schenkel SW-NE verläuft und vom Ostseebad Dierhagen bis Darßer Ort 25km lang ist, während der Andere, W-E orientierte, sich zwischen Westdarß und Pramort auf etwa 29 km erstreckt. Morphogenetisch gehören auch der Große Werder und die drei Kleinen-Werder-Inseln, die „Halligen der Ostsee“, sowie der Bock, die durch vier Strömungsrinnen voneinander getrennt und insgesamt reichlich 9km lang sind, als östliche, zum Teil schaarartige Fortsetzung der Halbinsel dazu.
Das Exkursionsgebiet besteht aus einer Abfolge späteiszeitlichen Kernen und diese miteinander verbindenden Meeressandebenen, ehemaligen Haken und Nehrungen. Bei Niedrigwasser fallen große Teile dieser zum Naturschutzgebiet erklärten Küstenlandschaft trocken und hinterlassen zeitweise einen wattenmeerähnlichen Eindruck.
Die Meeressandebenen der Fischland-Darß-Zingst-Region sind gebietsweise oberflächlich vermoort. Dabei nimmt die Torfmächtigkeit in der Regel zur Boddenküste hin zu und beträgt zwischen 0,3 und 1,5m. An ihr kommt es in den stärker geschützten Bereichen zu einem üppigen Schilfwachstum und deshalb zu einer Verbreitung des Röhrichtgürtels und auch der Transgressionsmoore. Vielfach sind auf den Meeressandebenen alte Strandwallsysteme erkennbar, z.B. im Gebiet der Riebnitzer Stadtwiesen und insbesondere auf dem Neudarß.
Zur Halbinsel wurde die zwischen Rostocker Heide und Pramort sich erstreckende Inselgruppe erst im Verlaufe der letzten 600 Jahre durch natürliche Zusandung sowie durch zusätzliche künstliche Eingriffe. Die wichtigsten Verbindungsarme (Fluttore) zwischen Außensee und Bodden waren von S-W nach E. Permin, Loop, Hundsbeck nördlich von Ahrenshoop, Prerower Strom, Neues und Altes Tief, Buuterwieck, Hundetief, Strominke und eine Sturmflutrinne östlich des Ortes Sundische Wiese.
Der Permin südlich von Wustrow war 1442 noch von Handelsschiffen befahrbar. Bereits 1872 war der Durchgang schon weitgehend versandet. Der Prerower Strom versandete 1872 an seiner Mündung nordwestlich von Prerow und ist 1874 von der Außenküste abgeriegelt wurden. Heute noch bestehende Flutrinnen sind die Verbindungsarme von Außen- und Binnenküstenbereich zwischen Pramort, Werder-Inseln und Bock. Eine Folge der Kontaktreduzierung zwischen Bodden und Offensee in den letzen Jahrhunderten ist die zunehmende Aussüßung der Bodden, ihre gebietsweise verstärkte Verlandung, ihr erhöhter Schwebstoffgehalt sowie ihre zunehmende Verschlickung.
In der Gegenwart unterliegt der größte Teil der Außenküste – ausgenommen Darßer Ort, der westliche Teil der Prerower Bucht und der Bock – dem Küstenrückgang.
Besonders empfohlen werden Wanderungen entlang dem „Hohen Ufer“ bzw. dem Westdarß zwischen Rehbergen und Esperort bzw. Teerbrennersee, ein Rundblick von der Hohen Düne bei Prerow, eine Küstenwanderung von Zingst ostwärts in Richtung Straminke und Strandmoor nördlich des Forstes Sundische Wiese, der Besuch des Nadelhakens südlich Bliesenrade mit Salzgrasländern und Prielen oder auch eine Schifffahrt entlang dem Preower Strom in das Gebiet der Boddenkette. Zum anderen sind die binnenwärts anschließenden Räume dieser Halbinsel ebenfalls von hohem Interesse für morphogenetisch, aber auch insbesondere biologisch Interessierte.
Zu zwei der genannten Regionen folgen noch einige ergänzende Informationen:
Am Hohen Ufer stehen zumeist nur 0,5 bis 3m mächtige Sande über dem Geschiebemergel an. Sie werden sowohl durch Sickerwasseraustritte an ihrer Grenze zum Geschiebe als auch durch äolische Prozesse schneller zurückverlegt als letztere. Im Bereich des Heidesandes kann man auf kleinem Raum – insbesondere zwischen dem Nienhagener Sandberg und dem Beginn der Urlaubersiedlung von Ahrenshoop – vielfältige Deflations- und Akkumulationsformen wie Windrisse, Auswehungsmulden, Kupsten, Kliffranddünen und Flugsandfelder beobachten. Nicht selten sind die Heidesande bis zum kräftigbraunen, auswehungsbeständigeren Ortsstein-Horizont des Podsols abgetragen und haben dann eine mehr oder weniger horizontal verlaufende feste Deflationsfläche hinterlassen. Mehrfach treten auch Lagerungsströmungen auf.
Die Breite des Neudarß und die Anzahl der Reffe und Riegen auf ihm nehmen in Richtung Weststrand zu. Die Strandwälle sind in der Regel von langestreckten Dünen (Walldünen) bedeckt, wodurch zusätzliche Aufhöhungen bis zu 2,5m, vereinzelt auch bis zu 10,6m und im Bereich von Hohen Düne sogar 13,4m ü. NN erreicht werden. Die unterschiedlichen breiten Riegen sind zum Teil geringmächtig vermoort und enthalten langgestreckte Sandseen, z.B. Norder und Süder Bramhakensee,.
Dem Besucher von Prerow fällt auf, daß die Häuser innerhalb des alten Ortskerns zeilenartig auf W-E verlaufenden Reffen errichtet wurden, zwischen denen sich breite, von Wiesen, Weiden und Gärten eingenommene Riegen befinden. Das Wachstum des Neudarß, die Buchhoster Maase, grenzt im Übergang zum Altdarß ein fossiles, 3 bis 6m hohes Kliff an, daß vor höchstens 3.500 Jahren entstanden ist ( Fukarek 1961, Kolb 1982). Das Wachstum des Neudarß erfolgt weiterhin in nördlicher Richtung, wobei die Strandwallfächer gleichzeitig aus westlicher und östlicher Richtung akkumuliert werden.
Weitere Informationen vermitteln das Darßer Heimatmuseum in Prerow, die Heimatstube in Ahrenshoop und das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten.
(Erarbeitet aus „Die Ostseeküste zwischen Boltenhagen und Ahlbeck“ Niedermeyer, Kliewe, Janke Geografische-Kartografische Anstalt Gothan 1987 von Johannes Ludewig 2004)
Urlaub Fischland-Darß-Zingst buchen - Ferienwohnungen, Unterkünfte, Hotels und Pensionen online buchen.
Ferienwohnungen, Unterkünfte, Hotels und Pensionen online buchen - 1.750 Angebote sofort finden!
Schnell und übersichtlich. Alles bei ABSOLUT MECKLENBURG.
|