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Molli
Zur Geschichte und Technik der Schmalspurbahn Molli
Die Gründung des ersten Seebades in Deutschland, Heiligendamm, im Jahre 1793 durch den mecklenburgischen Herzog Friedrich Franz 1. war sicherlich auch „Schicksalsereignis“ für die spätere Entwicklung von Verkehrsverbindungen zwischen Bad Doberan und den Seebädern an der Ostseeküste.
Mit der ständig wachsenden Zahl der Badegäste entstand verständlicherweise auch deren Wunsch, auf bequemen Reisewegen zum Ziel zu gelangen.
Der Anschluss des nahe gelegenen Rostock an das Eisenbahnnetz im Jahre 1850 beeinflusste wohl auch die Entscheidung, eine Eisenbahnverbindung ab Bad Doberan zur Ostseeküste zu schaffen.
So wurde 1886 eine Schmalspurbahn mit der Spurweite von 900 mm von der Stettiner Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co. in der Rekordzeit von nur 6 Wochen erbaut.
Zunächst fuhr die Bahn nur von Bad Doberan nach Heiligendamm und die Streckenlänge betrug 66 km. Die Firma Lenz führte auch den Betrieb durch. Am 9. Juli 1886 erfolgte die Eröffnung. Eine sogenannte Trambahnlokomotive, drei Reisezugwagen und ein Gepäckwagen standen zunächst zur Verfügung. Die Bahn wurde vorerst nur während der Badesaison von Mitte Mai bis Ende September betrieben, abgesehen von Extrazügen zu Festlichkeiten bzw. an Feiertagen.
Ab 1887 standen eine weitere Lokomotive und fünf Reisezugwagen zur Verfügung. Am 1. März 1890 ging die gesamte Bahn in Staatsbesitz über, 1910 wurde die Bahnstrecke bis Brunshaupten (heute Küblungsborn Ost) und Arendsee (heute Kühlungsborn West) verlängert. Der Betrieb erfolgte nun ganzjährig.
Die Eröffnung der jetzt 15,4 km langen Strecke erfolgte am 12. Mai 1910. Im Ergebnis für den Einsatz zusätzlicher Betriebsmittel.
Die Waggonfabrik Wismar lieferte Reisezug- und Güterwagen, die Firma Henschel von 1910-1914 drei Lokomotiven. Auch der Güterverkehr wurde mit der Streckenverlängerung aufgenommen.
Postbeförderung und -behandlung konnte erfolgen, da nun Post-Gepäckwagen zur Verfügung standen.
Bis zum Jahre 1933 wurden weitere Lokomotiven, Reisezug- und Güterwagen, einschließlich Post-Gepäckwagen beschafft. Die drei Lokomotiven der Firma Orenstein und Koppel, Baujahr 1932, tragen noch heute die Hauptlast des Verkehrs! Die Zahl der Erholungssuchenden und Fahrgäste der Bahn hatte nach 1910 ständig zugenommen.
Anfangs gab es während der Fahrt durch Bad Doberan noch drei Haltepunkte, heute werden die Haltepunkte Goethestraße und Stadtmitte genutzt. Ende der vierziger Jahre wurde der Bahnhof Rennbahn geschlossen, diente dann noch bis Anfang der sechziger Jahre als Kreuzungspunkt für den Güterverkehr und ist seit 1993 wieder Bedarfshaltepunkt in Verbindung mit den Jährlich stattfindenden Renntagen auf der Bad Doberaner Traditionsrennbahn.
Der Bahnhof Heiligendamm, er war nur ein einfacher Fachwerkbau, befand sich bis zur Streckenverlängerung im Jahr 1910 auf dem Gelände des heutigen öffentlichen PKW-Parkplatzes.
1910 wurde das Gleis ca. 500 m zurück gebaut und der neue Bahnhof entstand an der heutigen Stelle. Er war wiederum ein Fachwerkbau. Das jetzige Bahnhofsgebäude, ein Ziegelbau, wurde um 1934/35 errichtet.
1969 wurde der Haltepunkt Heiligendamm Steilküste eingerichtet, nachdem 1932 der ehemalige Haltepunkt Fulgen geschlossen worden war. Die hölzerne Halle des Haltepunktes Kühlungsborn Mitte (ehemals Brunshaupten Süd) wurde zwischenzeitlich originalgetreu erneuert.
Am Endbahnhof der Strecke in Kühlungborn West befinden sich der 1922 errichtete Lokschuppen und ein Wagenschuppen, der 1915 gebaut wurde. Der Wagenschuppen diente anfangs zur Abstellung der nicht benötigten Wagen, besonders im Winter. Heute ist er für die Traditionswagen vorgesehen. Das sind 4 Reisezugwagen der Baujahre 1911-1926, zwei Gepäckwagen von 1886 und 1932 sowie zwei Güterwagen von 1922 und 1927, welche von den Mitgliedern des „Vereins zur Traditionspflege des Molli eV.“ mit viel Engagement in vielen Stunden ihrer Freizeit, selbstverständlich unentgeltlich, betreut und gepflegt werden.
Viel Neues entstand seit der Übernahme der Schmalspurbahn von der Deutschen Bahn AG in die regionale Trägerschaft des Landkreises Bad Doberan am 1.10.1 995. Dazu gehören die Sanierung von Gleisanlagen, Bahnhöfen, Signal- und Sicherungsanlagen sowie der Neubau einer 160 m langen Wagenhalle mit einer vollautomatischen Wagenwaschanlage in Bad Doberan.
Seit 1976 ist die Schmalspurbahn „Molli“ als technisches Denkmal der Verkehrs- und Produktionsgeschichte eingetragen und finanzielle Mittel der Denkmalpflege kamen auch dem „Molli“ schon zugute.
Und trotzdem: Weitere tatkräftige Helfer sind herzlich willkommen. Es warten interessante Aufgaben. Aber auch ohne aktive Tätigkeiten können Sie unterstützen:
Spendenkonto bei der Ostseesparkasse
Kto.-Nr.: 50 56 66 66 9
BLZ: 13050000
Betreff: Spende „Molli“
Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt.
http://www.molli-bahn.de/Verein.52.0.html
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