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Architektur Doberaner Münster
Doberaner Münster: Bau von Innen
Die Innenmaße der Kirche
Gesamtlänge: 78 m
Gesamtbreite (Querschiff): 39 m
Breite des Mittelschiffs: 12,5 m
Höhe des Mittelschiffs: 26,5 m
Höhe der Seitenschiffe: 12,5 m
Bei der letzten Restaurierung im 20. Jahrhundert wurde das Münster wieder in der ursprünglichen Farbgebung des Mittelalters ausgemalt: weiß als Grundfarbe im Gewölbe, rot und blau für die Gewölberippen. Die Wandbemalung hat man dem Baumaterial nachempfunden und das vorhandene Backsteinmuster nochmals aufgemalt.
Eine Verbindung ist hier auch zu sehen zur Marienverehrung der Zisterzienser: blau und rot sind die symbolischen Farben der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu. Alle Zisterzienserklosterkirchen sind der Maria geweiht.
Im oberen Drittel des Kirchenraumes befindet sich das sogenannte Triforium - in den französischen Kathedralen eine begehbare Säulengalerie. Hier im Doberaner Münster wurde diese Galerie nur aufgemalt, da das Schlichtheitsgebot der Zisterzienser einen aufwendigen Ausbau untersagte. Die beabsichtigte Wirkung jedoch, nämlich eine optische Auflockerung und Unterbrechung des aufragenden Baues, wurde dennoch erreicht. Die Bedeutung des Chorraumes wird durch engere Säulenabstände im Triforium und durch teilweise blaue statt schwarzer Farbgestaltung betont.
Im Inneren wird der Kirchenbau getragen durch 24 gleichartige Pfeiler, symbolisch für die zwölf Apostel des Neuen und die zwölf Propheten des Alten Testaments. Sie sind wie die Wände durch Verwendung des Bauschuttes vom Vorgängerbau gefüllt. Die beiden Pfeiler in den Querschiffen haben eine ungewöhnliche, auffällig farbreiche Gestaltung. Vermutlich haben Mönche des Klosters diese Farbideen von Reisen aus dem Orient mitgebracht und hier angewendet.
An den Pfeilern im Hauptschiff befinden sich die sogenannten Dienste, die an der Innenseite des Mittelschiffes ihren unteren Abschluß in reichverzierten Konsolen finden. Unterhalb dieser Dienste, so wird angenommen, stand ursprünglich das Chorgestühl, ähnlich, wie es jetzt wieder zu sehen ist.
Die Dienstkonsolen sind aus Kalkmörtel hergestellt und zeigen eine reiche Vielfalt verschiedener Pflanzen wie Weinlaub, Ahorn, Eiche, Feige und Akanthus.
Um den Hochchor herum befindet sich ein Chorumgang mit einem Kapellenkranz. In diesen Kapellenanbauten befanden sich ursprünglich Altäre. Später wurden hier die heute vorhandenen Grabstätten errichtet.
Im hinteren Teil des Münsters befindet sich der sogenannte Lettner, eine ca. zwei Meter hohe Mauer, die den östlichen Teil der Kirche, den Mönchschor, vom westlichen, dem Teil der Laienbrüder oder Konversen trennte.
Über dem Lettner hängt ein doppelseitiger Flügelaltar, wiederum überragt von einem doppelseitigen hohen Triumphkreuz. Dieser Kreuzaltar, insgesamt etwa 11 m hoch, stammt aus der Zeit um 1370 und ist in dieser Art und Größe wohl einmalig.
Autor: Anne Stresow; 2004-2006 Quelle: Doberaner Münster
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